Nintendo sieht sich offenbar mit wachsendem Druck von Aktionären konfrontiert, den Verkaufspreis der Switch 2 anzuheben. Grund sind steigende Herstellungskosten sowie ein anhaltender Rückgang des Börsenkurses. Ein aktueller Bericht von Bloomberg geht näher darauf ein.
Nintendo-Aktie weiter im Fall
Die Nintendo-Aktie verzeichnet weiterhin Verluste, obwohl es im März einen kurzfristigen Auftrieb durch die Veröffentlichung des exklusiven Switch-2-Titels Pokémon Pokopia gegeben hatte. Vor der bevorstehenden Veröffentlichung der nächsten Finanzzahlen an diesem Freitag steht das Unternehmen nun im Fokus der Anteilseigner. Sie wollen wissen, ob Nintendo endlich den Einführungspreis der Switch 2 anpassen wird – nachdem das Unternehmen zuvor bereits bei fast allen anderen Produkten die Preise erhöht hat.
Die Nintendo Switch 2 kam im vergangenen Juni für 449,99 US-Dollar auf den Markt. In Japan wird eine regionale Version der Konsole für umgerechnet 318 Dollar (50.000 Yen) angeboten. Berichten zufolge wird die Hardware bei beiden Preisen mit Verlust verkauft – in Japan besonders stark.
Wie hoch dieser Verlust genau ausfällt, ist nicht bekannt. Ein Analyst erklärte gegenüber Bloomberg jedoch, dass selbst eine Preiserhöhung um 50 bis 100 Dollar die Konsole lediglich „weniger belastend, aber nicht wirklich profitabel“ machen würde.
Nintendo im Dilemma
In der Vergangenheit wurden Konsolen oft als sogenannte Loss Leader verkauft. Das heißt, die Hersteller verdienten ihr Geld später mit Software und Zubehör. Nintendo hatte diese Strategie für die ursprüngliche Switch nach den schmerzhaften Verlusten der Wii-U-Ära eigentlich aufgegeben. Doch offenbar änderte das Unternehmen seinen Kurs, um auf den riesigen Erfolg der ersten Switch einen weiteren Hit folgen zu lassen, und zwar zu einem Preis, der Kunden zum Upgrade bewegen würde.
Die Frage nach einer möglichen Preiserhöhung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Aktienkurs von Nintendo seit einem Jahr kontinuierlich sinkt und das von den Rekordhochs kurz vor dem Launch der Switch 2. Dabei verkauft sich die Konsole durchaus gut, insbesondere in Japan. Allerdings waren die internationalen Verkaufszahlen über Weihnachten etwas schwächer als erhofft. Analysten gehen davon aus, dass Nintendos anhaltende Weigerung, den Preis der Switch 2 anzuheben, die aktuelle Bewertung des Unternehmens belastet.
Nintendo selbst hat bereits angedeutet, dass eine Preiserhöhung für die Switch 2 irgendwann nötig sein könnte. Bereits zuvor wurden die Preise für Zubehör der Switch 2 angehoben, für physische Versionen von Switch-2-Spielen ein alternatives (höheres) Preismodell eingeführt, und selbst die in die Jahre gekommene ursprüngliche Switch wurde teurer.
Situation bleibt angespannt
Zudem wäre Nintendo nicht allein mit einer Preiserhöhung für aktuelle Konsolen-Hardware. Sowohl Sony als auch Microsoft haben im vergangenen Jahr ihre Preise infolge von Komponentenknappheit und US-Zöllen erhöht. Weitere Unsicherheiten kommen durch den Konflikt im Nahen Osten hinzu.
Bloomberg fasst in seinem Artikel die heikle Lage zusammen: Nintendo muss eine Balance finden. Eine Preiserhöhung der Switch 2 würde zwar die Aktionäre besänftigen, riskiert aber gleichzeitig, die Kunden zu verprellen. Zudem könnte ein höherer Preis die weitere Verbreitung der Konsole in einer noch frühen Phase ihres Lebenszyklus bremsen.
Die Nutzerbasis der Switch 2 ist im ersten Jahr enorm hoch. Zum 31. Dezember wurden 17 Millionen Geräte verkauft. Im Vergleich zur langlebigen ursprünglichen Switch, die bis heute 155 Millionen Einheiten erreicht hat, ist das aber immer noch ein Bruchteil. Wie lange kann Nintendo eine Preiserhöhung noch hinauszögern? Diese Frage bleibt vorerst offen.
Quelle: Bloomberg
Bild: 2025 © Nintendo
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